Vom Verhältnis von Schöpfern & Geschöpfen: Kultur und Schicksal

Tagesausflug nach Halle

Trudele durch die Welt. Sie ist so schön:
gib dich ihr hin, und sie wird sich dir geben.
(Tucholsky, Die Kunst, richtig zu reisen)

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Halle hat wahrhaft Sensationelles zu bieten!
Dabei steht nicht nur die weltberühmte Himmelsscheibe von Nebra für Halle, sondern gerade in den letzten Jahren gewinnt Halle zunehmend ein Gesicht als Kulturstadt, die Bedeutendes vorweisen kann – auf Dauer oder auch nur jeweils für eine kurze Zeit.
Im Jahre  2012 öffnet sich hier ein Zeitfenster, das es gestattet, auf atemberaubende Weise das Ringen der Menschen um ihre Kultur in einmaliger Dichte und Vielfalt zu erleben und vor allem auch als sehr persönliche Schicksale zu begreifen. – Diese Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen!

Zunächst erfahren wir mit dem Besuch der Franckeschen Stiftungen den ganzen Wissenskosmos des Barock an einem einzigartigen Schauplatz der Bildungsgeschichte.  Vier Taler und 16 Groschen in der Spendenbüchse bewogen den Theologen und Pädagogen August Hermann Francke um 1700 eine Schulstadt zu gründen, die Zeitzeugen als das „Neue Jerusalem“ galt. Neben der beeindruckenden Bibliothek von 1728, deren originale Regale wie Kulissen in einem Theater angeordnet sind, besuchen Sie die Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen mit ihren reich verzierten Sammlungsschränken, die über 3000 Objekte aus allen Wissensgebieten der Natur und Kunst bergen. Das Spannende: die Verbindung von Geschichte und Gegenwart. – Die Franckeschen Stiftungen sind auch heute als moderner Bildungskosmos eng mit ihrer Geschichte verbunden…
Bisher ungesehene antike Schätze begegnen Ihnen anschließend in der grandiosen sächsisch-anhaltinischen Landesausstellung „Pompeji - Nola - Herculaneum. Katastrophen am Vesuv“. Zu sehen sind beispielsweise die Wandmalereien aus dem Bankettsaal von Moregine, das komplette Inventar aus dem "Haus des Menander" in Pompeji und das Originalensemble der prächtigen Wandmalereien aus dem "Haus des Goldenen Armreifs", die als die schönsten Fresken Pompejis gelten. Der Gipsabdruck einer Frau, die im Moment des Todes ein Kind im Arm hält, bringt den Besuchern die Naturkatastrophe auch emotional ganz nahe…
Ein einmaliges Erlebnis im Verhältnis von Schöpfern und Geschöpfen versprechen wir Ihnen im „Konzert für eine taube Seele“ mit der auch international namhaften Puppenbühne Halle. In einem Puppenspiel mit der Pianistin Ragna Schirmer, die vielen auch durch Konzerte mit der Jenaer Philharmonie bekannt sein dürfte, wird Ravels Leben erzählt: vom mehrfachen Scheitern im Wettbewerb um den Prix de Rome über die Triumphe in Europa und Amerika bis zu seinem tragischen Ende. Bemerkenswert auch hier: die künstlerische Leistung Ravels vor dem Hintergrund seines persönlichen Schicksals…

Wir sind überzeugt, mehr Spannung für einen einzigen Tag lässt sich nicht versprechen, und wir laden Sie daher herzlich dazu ein!

Programmablauf

  • 09.30 Uhr   Fahrt ab Jena (Lutherplatz/Parkplatz)
  • 11.30 Uhr   Führung durch die prachtvoll sanierte, über 300 Jahre alte Schulstadt
                     unter dem Thema  „Der Stifter und sein Werk“ mit dem Schwerpunkt
                     „Pietismus – Die singende Bewegung“
  • anschl.       Gelegenheit zum Besuch der Sonderausstellung „Weil sie Seelen
                     fröhlich macht – Protestantische Musikkultur seit Martin Luther“
  • anschl.       ausreichend Zeit für einen Imbiss und eigene Entdeckungen
  • 15.30 Uhr   Besuch der spektakulären Landesausstellung „Pompeji - Katastrophen
                     am Vesuv“
  • 18.30 Uhr   Individuelles Abendessen (gemeinsam mit reservierten Plätzen)
  • 20.30 Uhr   Besuch der Aufführung des Puppentheaters Halle „Konzert für eine
                     taube Seele“, in der sich auf intelligente Weise Schauspiel und
                     Puppenspiel mit dem Auftritt der namhaften Pianistin Ragna Schirmer
                     verbindet
  • anschl.       Rückfahrt nach Jena (1,5 h)

Leistungen

  • Fahrt im bequemen Reisebus
  • Eintritt und Führung Franckesche Stiftungen
  • Eintritt und Führung Landesausstellung
  • Eintritt Puppentheater
  • Organisation und Begleitung durch jenakolleg

Mindestteilnehmerzahl:    20

Bildnachweis

Wir danken den Franckeschen Stiftungen Halle, dem Landesmuseum für Vorgeschichte Halle sowie dem Puppentheater Halle für die Erteilung der Rechte, die hier gezeigten Fotos ausschließlich für die Bewerbung dieser Reise benutzen zu dürfen. Die Verwendung der Fotos durch Dritte ist nicht gestattet bzw. bedarf der ausdrücklichen Genehmigung durch die Inhaber der Urheberrechte!

Quellen im einzelnen:

1. Obere Bildreihe
Copyright Franckesche Stiftungen.
Fotografen in der Reihenfolge der Bilder: Reinhard Hentze, Klaus E. Göltz (3x)

2. Mittlere Bildreihe
Bilder und Rechte über Landesmuseum für Vorgeschichte in der Reihenfolge:
- Historische Aufnahme von Pompeji und Vesuv (zwischen 1890 und 1905)
- Goldener Armreif aus dem Haus des Goldenen Armreif, Pompeji; Museo Archeologico Nazionale di Napoli
- Fresko aus dem Haus des Goldenen Armreif; Foto P. Foglia, Soprintendenza per i Beni Archeologici di Napoli e Pompei

3. Untere Bildreihe
Rechte über Puppentheater Halle; Fotos von Gert Kiermeyer.
In der Reihenfolge: Foto 1+2 aus „Meine Kältekammer“; Foto 3 aus „Die hässliche Herzogin Margarethe Maultasch“