Perlen der Oberlausitz

Zweitagesreise am 10. und 11. Oktober 2012

„Görlitz nenne ich die schönste Stadt Deutschlands, weil sie ein geschlossen erhaltenes historisches Gesamtkunstwerk darstellt, das qualitätsvolle Bauten aus vier Kunstepochen enthält: nämlich gotische Kirchen, Tortürme und Hallenhäuser, dann ab 1525 – als erste Stadt in Deutschland – Bürgerhäuser im Stile der direkt von Italien beeinflussten Renaissance, schließlich die vom sächsischen Barock inspirierten Neubauten, entstanden nach den Bränden von 1691, 1717 und 1726, sowie die eindrucksvolle Stadterweiterung des Historismus mit ihren einheitlich gestalteten Straßen und Platzanlagen.

Nun fragen mich natürlich die Stadtväter der anderen, mir besonders am Herzen liegenden Städte wie Dinkelsbühl, Quedlinburg, Wismar, Stralsund und Wiesbaden, warum sie nicht diese Auszeichnung verdienen. Da pflege ich zu antworten, das man sich dies wie bei einem Wettbewerb um Miss Germany vorstellen muss, wo sich die schönsten Frauen Deutschlands auf dem Laufsteg präsentieren, aber nur eine den Titel erhalten kann. Görlitz zeichnet sich dadurch aus, dass es hier keinerlei denkmal-pflegerische Sünden durch Straßenverbreiterungen, störende Neubauten oder schreiende Reklame gibt…“ (Professor Dr. Dr.-Ing. E. h. Gottfried Kiesow)

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Besser als der langjährige und leider im letzten Jahr verstorbene Vorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kann man seine Wertschätzung über Görlitz und auch die gesamte Region – die Oberlausitz– nicht ausdrücken. Wenn also Görlitz der Mittelpunkt unserer Kurzreise ist, so bilden die anderen beiden Ziele mehr als nur schmückendes Beiwerk:

Am Beginn Bautzen mit seiner barocken Eleganz, der sorbischen Minderheit und der nicht nur für Freunde der Orgelmusik außerordentlich beeindruckenden Orgelbaumanufaktur Eule. Und als Abschluss Kloster Marienstern, welches sich tapfer seit über 760 Jahren im Kernland der Reformation behauptet und Sie durch einmalige Kunstschätze und die spirituelle Atmosphäre bewegen wird.  

Begleiten Sie uns, Sie sind willkommen!

1. Tag
Sächsischer Barock, sorbische Kultur und meisterhafte Orgelbaukunst im 1000jährigen Bautzen; Pittoreske Altstadt und der älteste Knabenchor Deutschlands in hochgotischer Eleganz in der Grenzstadt Görlitz

7.30 Uhr Abfahrt mit dem Bus vom Parkplatz Lutherplatz nach Bautzen, der heimlichen Hauptstadt der Sorben; Führung durch die mit seiner malerischen Silhouette schon von Weitem einladende tausendjährige deutsch-sorbische Metropole mit beeindruckender Architektur u. a. aus der Barockzeit; individuelle Mittagspause im sorbischen Restaurant „Wjelbik“; Besuch der berühmten, 1872 gegründeten Orgelbaufirma Eule, der größten und erfolgreichsten in Mitteldeutschland; Weiterfahrt nach Görlitz, der niederschlesischen Metropole an der Neiße; Einchecken im sehr zentral gelegenen  „Hotel am Goldenen Strauss“ ; Zeit für einen Kaffee; geführter Rundgang durch einen Teil der Altstadt mit Blick auf den seit 1945 polnischen Teil der Stadt; individuelles Abendessen in der „Destille“ mit Besuch der ehemaligen Mikwe im zweiten Kellergeschoß des Hauses; 19.30 Uhr Besuch eines Konzerts in der spätgotischen Peterskirche mit dem Aachener Domchor mit Psalmvertonungen von Palestrina, Vittoria, Stanford, Mendelssohn u.a. unter Leitung von Domkapellmeister Berthold Botzet; anschl. Gelegenheit für einen Bummel durch die urige Kneipenszene oder für einen Schlummertrunk an der Bar des Hotels.

2. Tag
Görlitz, begehbares Bilderbuch der Architektur von überragender Bedeutung am Rande Deutschlands; Marienstern, klösterliches Leben der Zisterzienserinnen seit 1248

Streifzug durch eine der schönsten Städte Europas mit ihrem unvergleichlichen Reichtum an Straßenzügen von der Gotik bis zum Jugendstil mit Denkmalpfleger Peter Mitsching; individuelles Mittagessen  im Schankhaus „Zum Nachtschmied“  und Freizeit für einen Besuch (Empfehlungen werden ausgesprochen und Begleitung angeboten) diverser Museen der Stadt (u.a. das in einem der ältesten Renaissancegebäude Deutschlands, dem Schönhof, untergebrachte Schlesische Museum oder der Nachbau des Heiligen Grabes -verkleinerte Kopie des Jerusalemer Originals aus der Zeit des hohen Mittelalters, deren Genauigkeit bei keiner anderen Nachbildung des Heiligen Grabes in Deutschland erreicht wurde) oder einfach einen Bummel durch die Stadt; 15.00 Uhr Fahrt in das Kloster Marienstern; Führung durch das über 750 Jahre alte Zisterzienserinnenkloster und Besichtigung seiner herausragenden Sammlung sakraler mittelalterlicher Kunst (incl.  Schatzkammer); 18.00 Uhr Rückfahrt nach Jena und Imbiss auf dem Weg (Ankunft ca. 21.00 Uhr).

Kloster Marienstern, Foto: Leander Seige 2006 (GNU-Lizenz)

Leistungen

  • Übernachtung/Frühstück (Büffet) im ***Hotel DZ/DU/WC/TV/Tel.
  • Fahrt im bequemen Reisebus
  • alle im Programm enthaltenen Führungen (mit Ausnahme der in der Freizeit unternommenen)
  • Konzertkarte Peterskirche
  • Organisation und Begleitung durch jenakolleg

Bildnachweis

Wir danken der Stadt Görlitz für das Foto von der Stadt-Silhouette mit Peterskirche (Copyrightvermerk: (c)Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH) sowie der Stadtverwaltung Bautzen für das Foto "Stadtansicht von der Friedensbrücke". Die Fotos sind urheberrechtlich geschützt; die Verwendung durch Dritte bedarf der ausdrücklichen Zustimmung durch die Rechteinhaber.