Weltgeist auf Spaziergängen

Entdeckungen in Mitteldeutschland

Trudele durch die Welt. Sie ist so schön:
gib dich ihr hin, und sie wird sich dir geben.
(Tucholsky, Die Kunst, richtig zu reisen)

Denn es ist besser, mit eigenen Augen zu sehen als mit fremden.
(Martin Luther)

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„Weltgeist auf Spaziergängen“ - was für ein Motto!

Wir haben es für unsere Reise gewählt, nicht nur weil wir uns in die dichteste Kulturregion Europas begeben, die der Publizist Gustav Seibt unter diesem Titel so treffend charakterisierte *), sondern auch, weil wir Ihnen neben unverwechselbaren Erlebnissen gleichzeitig Ruhe und Besinnung in einer ebenso geschichtsträchtigen wie lieblichen Landschaft bieten.

Die Region an Saale und Unstrut besitzt eine über 1000-jährige Weinanbautradition und gehört zum Kernland deutscher Geschichte, in dem die Könige und Kaiser des Mittelalters neben ihren Pfalzen ihre wehrhaften Burgen errichteten. So prägen romantische Ruinen, Schlösser, Dome und Klöster die idyllische Landschaft an den Hängen und in den Tälern zwischen Saale und Unstrut, die einen wesentlichen Teil der „Straße der Romanik“ prägt.

Und in dieser Idylle liegt zugleich eine wesentliche Wurzel für das Einmalige einer Kulturregion, von der Gustav Seibt im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung so treffend schreibt, dass eine bloße Aufzählung dessen, womit von hier ausgehend Deutschland die Welt positiv beeinflusst hat, völlig unzureichend ist.

Aber nicht die detaillierte Analyse dieses Phänomens und der wahrhaft weltbewegenden Themen wird unsere Reise bestimmen, sondern auf unseren besinnlichen Spaziergängen werden wir sie quasi im Vorbeigehen einatmen können - diese besondere Atmosphäre, die aus der Kleinteiligkeit von Umfeld und Geschichte heraus weltverändernde Impulse zu geben vermochte und noch heute Land und Leute prägt.

In großer Ausgewogenheit zwischen tiefen Eindrücken und genussvollem Verweilen versprechen wir Ihnen ein einmaliges Kulturerlebnis.

*) Gustav Seibt, „Weltgeist auf Spaziergängen“, Süddeutsche Zeitung, 06.09.2007; auch nachzulesen unter http://www.jenakolleg.de/gustav-seibt-weltgeist-auf-spaziergaengen.html.

1. Tag: Freyburg, Zentrum des nördlichsten Weinanbaugebietes Europas mit der Schwesterburg der Wartburg

Abfahrt 7.00 Uhr ab Neu-Ulm nach Freyburg an der Unstrut; Ankunft und Beziehen der Zimmer im „Berghotel zum Edelacker“ (Tel. +49 034464 350); Zeit für einen Kaffee; Führung durch die mittelalterliche Neuenburg, der Schwesterburg der Wartburg, mit der romanischen Doppelkapelle; Abendessen mit einem rustikalen Thüringer Büffet im Hotel.

2. Tag: „An der Saale (und der Unstrut) hellem Strande“ – Rudelsburg – Bad Kösen – Schulpforta – Naumburg – Weingut Pawis

Fahrt zu den Saaleburgen Rudelsburg und Saaleck; individuelle Besteigung des Bergfriedes; Spaziergang im Gelände der Burgen und der Korpsdenkmäler; Weiterfahrt nach Bad Kösen, einem am Mittellauf der Saale gelegenen Kurstädtchen; Spaziergang zum größten Gradierwerk Deutschlands; Transfer nach Schulpforta; Führung durch das Gelände des ehemaligen Zisterzienserklosters, das sich nach der Reformation zu einer der namhaftesten deutschen Schulen entwickelte, und Gelegenheit zum Besuch des Geschäftes des Landesweingutes Kloster Pforta; individuelle Mittagspause mit Peter; anschl. Fahrt nach Naumburg; Rundgang durch die denkmalgeschützte Innenstadt mit sehenswerter Renaissance- und Barockarchitektur; 15.00 Uhr Kunstführung durch den Naumburger Dom, der als Bindeglied zwischen Romanik und Gotik gilt und dessen Stifterfiguren im Westchor zu den Werken der Weltkunst gezählt werden; Rückfahrt und individuelles Abendessen im Hotel „Am Weinberg“ in Freyburg.

3. Tag: Eisleben und sein größter Sohn – Goethetheater im lieblichen Bad Lauchstädt

Fahrt in die Lutherstadt Eisleben, deren 1000 Jahre dauernde Tradition des Kupferbergbaus Luthers Eltern 1483 bewegte, im Geburtsjahr des kleinen Martin nach Eisleben zu ziehen; Führung durch die Stadt, sowie das Luther-Geburtshaus (gehört seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe), die Petri- und die Andreaskirche; individuelle Mittagspause; Transfer nach Bad Lauchstädt; Führung durch die historischen Kuranlagen mit Schillerhaus und zum nach Plänen Goethes 1802 errichteten Theatergebäude; Zeit für einen Kaffee und einen Bummel durch den Kurpark; anschl. Weiterfahrt nach Zscheiplitz zum VDP-Prädikatsweingut Pawis; Weinverkostung mit Winzervesper; kurzer Transfer ins Hotel (10min).

4. Tag: Halle – Schulstadt von Welt- und Kunststadt von europäischer Bedeutung

Fahrt nach Halle; Führung durch die prachtvoll sanierte, über 300 Jahre alte Schulstadt unter dem Thema „Der Stifter und sein Werk“ mit dem Schwerpunkt „Pietismus – Die singende Bewegung“ und Gelegenheit zum Besuch der Sonderausstellung; Freizeit für eigene Entdeckungen (z.B. Besuch des Landesmuseums mit der weltweit ältesten konkreten Darstellung astronomischer Phänomene (3.600 Jahre) - der Himmelsscheibe von Nebra, der Marktkirche mit der Totenmaske Luthers, des neugestalteten Händel-Museums, der Kunstsammlungen im Schloss Moritzburg, des Stadtgottesackers von 1557 – Beratung und u.U. Begleitung durch WB); Heimfahrt und individuelles Abendessen in der „Zeddenbachmühle“, malerisch an der Unstrut bei Freyburg gelegen; Rückfahrt ins Hotel.

Am frühen Abend wird der Besuch einer Aufführung im berühmten Puppentheater Halle eingeplant!

5. Tag: Leipzig – „…es ist ein klein Paris und bildet seine Leute…“

Fahrt in die alte Universitäts-, Kultur- und Messestadt Leipzig, die wieder zu den lebendigsten und interessantesten Städten Deutschlands gehört; ausführlicher, aber geruhsamer Stadtrundgang durch die Innenstadt mit ihren historischen Messehöfen und Passagen, der Nikolai- und der Thomaskirche und den berühmten Kaffeehäusern sowie dem gewaltigen, in alter Pracht wiederentstandenen Hauptbahnhof; anschließend reichlich Zeit für einen Imbiss oder eine Kaffeepause und einen Bummel durch die geschäftige Innenstadt oder für einen Besuch in einem der zahlreichen Museen (u.a.Museum für bildende Künste, Bachmuseum, Zeitgeschichtliches Forum) individuelles Abendessen im Landgasthof Podelwitz, einem urigen Restaurant in Nachbarschaft berühmter Schwaben; anschließend Rückfahrt nach Freyburg.

6. Tag: Dom, Orgel und Zaubersprüche in Merseburg – Abschied mit Gourmetküche und Wein beim Ex der Gräfin Cosel

Fahrt nach Merseburg, der alten Bischofsstadt an der Saale; Führung durch den mächtigen Dom St. Johann d. T. und St. Laurentius und kleines Konzert (30 min) auf der Ladegastorgel von 1855, die mit ihren 5687 Pfeifen als eine der größten und klangschönsten romantischen Orgeln Deutschlands gilt; Fahrt nach Droyßig ins Schlossrestaurant: Wein-Menü im Schlossrestaurant Droyßig mit Saale-Unstrut-Weinen, die in dieser Region eine über 1000-jährige Tradition haben; 14.00 Uhr Heimfahrt nach Neu-Ulm.

Leistungen

  • 5 Übernachtungen/Frühstück (Büffet) DZ/DU/WC/TV/Tel.
  • Alle Bustransfers (Komfort-Reisebus mit Vollausstattung)
  • Ein Abendessen im Hotel am Sonntag, Winzervesper mit Weinprobe (6 Weine) am Dienstag und Weinmenü (3-Gang) mit drei Weinen am Freitag
  • Alle Führungen, Eintritte (nicht die individuellen) und Orgelvorspiel im Merseburger Dom
  • Reisebegleitung
  • Vorbereitung und Organisation
  • Optional: Reiserücktrittskostenversicherung (Ersatz von 80% der Stornokosten und der Reisekosten bei Abbruch der Reise - Stand November 2013)

Bildnachweis

Die Bildrechte für die Fotos von der Franckeschen Stiftung (untere Bildreihe) liegen bei dieser Einrichtung und den angegebenen Fotografen und wurden dem Reiseveranstalter jenakolleg für Reiseprogramme zu den Ausstellungen der Stiftung gewährt. Die übrigen Fotos sind Eigentum von jenakolleg.